Porträt Kai

Kai

„Festhalten!“ brummte Blumi. Mit einer ungekannten Beschleunigung schossen wir in den Himmel. Nach einem dumpfen Schlag auf der Unterseite unseres Bocians, kippten wir nach vorn. Der Schreck saß mir in den Gliedern. Was dann kam, unbeschreiblich. Mit einem Mal wurde mir klar, was meinen Vater Woche für Woche auf diesen Flugplatz trieb. Das wollte ich auch. Dabei war ich mir doch noch so sicher gewesen, keinesfalls meinem alten Herrn nachzueifern.

Den Einstieg in den Streckenflug begünstigte der glückliche Umstand der Wende und der Wiedervereinigung. Pünktlich zum Scheinerhalt waren nun auch im Osten alle Möglichkeiten für den Überlandflug gegeben. In einem harten vereinsinternen Konkurrenzkampf trieben wir heranwachsende Junioren unsere Piraten zu Höchstleistungen. Große Unterstützung fanden wir in dieser Zeit durch unsere D-Kadertrainerin Annett Arndt. Durch sie erhielten wir eine Ahnung, wie man professionell Streckensegelflug betreibt. Einen gewaltigen Schub erfuhr meine fliegerische Entwicklung 1996 und 1997. In dieser Zeit kam ich in den Genuss, den von Bruno Gantenbrink zur Verfügung gestellten Discus IYB zu fliegen. Die Gelegenheit nutzte ich mit zahlreichen Wettbewerben und knapp 10 Wochen Südfrankreich ausgiebig. Daraufhin stellten sich auch erste Erfolge ein.

Seit 1999 habe ich mich voll und ganz der Clubklasse verschrieben. Im Team mit meinen Freunden Uwe Augustin und Thomas Melde erlebten wir regelmäßig spannende und erfolgreiche Wettbewerbe. Auf den Deutschen Meisterschaften wollte es jedoch nie so richtig klappen. Mehrmals fehlte das letzte Quäntchen für den ganz großen Wurf. Nun sind wir endlich angekommen, leider ohne August.
Außerhalb der Wettbewerbsfliegerei liebe ich vor allem Ausflüge in mir unbekannte Fluggebiete. Neben Familie und Beruf ist die Zeit dafür allerdings weniger geworden. Wenn ich dann aber einmal im Cockpit drin sitze, versuche ich stets die kostbaren Tage voll zu nutzen und auszureizen. Von meiner Heimatbasis in Pirna unternehme ich dann sehr gern Exkursionen in die tschechischen und polnischen Mittelgebirgsregionen. Highlights waren dabei sicher Flüge um den Luftraum von Prag oder in der Herbstwelle bis ins 250 km entfernte Jesenikgebirge.