Räyskälä, 21. Juni, 3.Pflichttraining neutralisiert & Eröffnung

Auch heute, am längsten Tag des Jahres (doch was ist länger als 24h?), lässt uns die feuchtkalte Wetterlage einfach nicht los: Leichter Nieselregen kurz nach dem Aufstehen! Aber dann lockerte es im Laufe des Tages wieder auf, so dass sich sonnige und wolkige Abschnitte ständig abwechselten. Aufgrund der Außentemperaturen heizten Thomas und Kupschi schon mal die Sauna vor, ansonsten wurde die Gelegenheit genutzt, die letzten Vorbereitungsarbeiten (Installation des WAY-Trackingsystems, Stichwort 'Sicherheitsfeature', neue Lufraumdatei Version F, Außenlandefeldanalyse usw.) abzuschließen, damit morgen zum scharfen Start alles optimal eingestellt ist.

Übrigens: Silke, Kupschi und ich (August) sind gestern bzw. heute pünktlich angereist. Da wir von Berlin aus der untergehenden Sonne im Norden entgegen flogen, blieb es für uns auch die ganze Nacht über hell - Weiße Nächte eben. Thomas hat uns heute morgen 0:30 Uhr am Airport Helsinki abgeholt - und gegen 2:00 Uhr lagen wir dann alle endlich im Zelt (bei 3,5°C Außentemperatur in der Midsummernight!) - es begann schon wieder heller zu werden!

Heute Abend steht nun die Eröffnungszeremonie an, es wird wohl nicht - wie bei der letzten WM - eine große Parade durch den Ort geben - aber man freut sich schon darauf, dass alle Mannschaften und alle Piloten namentlich vorgestellt werden! Danach ist noch von einer Eröffnungsparty die Rede, da hier in Finnland heute ein Feiertag ist, muss natürlich auch ordentlich gefeiert werden. Ein wichtiger Programmpunkt wird allerdings auch durch die 'Parallel-WM' in Brasilien erwartet, auf alle Fälle wurde eine Direkt-Übertragung des Spiels Deutschland-Ghana im 'Cafe26' oder im Briefingraum zugesichert!   

Die Aussichten für morgen sind allerdings leider weiterhin mäßig, auch wenn unsere Rennpferde schon gewaltig mit den Hufen scharren ....wink

 

Midsummer-Fire kurz nach Mitternacht

Imposante Schauerwolken über Räyskälä

Neue Blogschreiber sind angekommen: Silke & August

 

Vorsicht: Eiskaltes Wasser!

 

Rayskälä, 20. Juni, 2. Tag Pflichttraining

Die feuchtlabile Wetterlage blieb und bleibt uns wohl noch eine ganze Weile erhalten. So wie es derzeit ausschaut, wird sich wohl die ganze nächste Woche nichts ändern.

Auch heute gab es wieder einen Flugtag. Die Wettbewerbsleitung gab für alle Klassen eine Aufgabe mit festen Wendepunkten heraus. Für uns ging es erst 40 km nach Westen, nach Forsa, und anschließend nach Osten, bis an den Stadtrand von Lahti. Von dort waren es dann 75 km bis nach Hause. Schon im Schleppbetrieb kam es zu Schauern und großflächigen Ausbreitungen. Einige mussten mehrmals geschleppt werden.

Wir zögerten auch heute nicht lange und flogen gleich nach Startbanderöffnung ab. Die erste Wende in Forsa empfing uns abgeschattet, ohne erkennbare Entwicklungen. Es dauerte dann eine ganze Weile bis wir uns wieder nach oben gearbeitet hatten. Die nach uns Abgeflogenen trafen die erste Wende sicher etwas besser. Bis Lahti ging es dann ohne größere Schwierigkeiten, interessant wurde dann wieder der Heimflug. Kaum noch Sonne und wenig erkennbare Entwicklungen veranlassten uns zu einem recht großen südlichen Umweg. Im Endanflug lagen wir lange Zeit knapp unter der erforderlichen Ankunftshöhe. Leicht einsetzender Regen machte die ganze Sache nicht besser. Ab Kilometer 12 vor dem Flugplatz trug es dann endlich etwas besser und wir rutschten noch in den Platz rein. Uff.

Heute Abend gibt es ein großes Fest am Flugplatz. Sommersonnenwende. Ich bin mal gespannt, ob es die Finnen richtig krachen lassen. Lebende Musik ist auf jeden Fall mit am Start. August, Silke und Kupschi sind gerade auf dem Weg nach Finnland. Unsere Crew wäre dann ab morgen, pünktlich zur Eröffnungsfeier, komplett.

  Kurz vor dem Start

  Erste Schauer noch vor dem Abflug

  Optik nach getaner Arbeit

  Thomas meldet sich in der Zentrale zurück

Das gute Wetter wird kommen

Aber heute war es noch nicht so weit und wir hatten reichlich Zeit uns auf die Wettbewerbstage vorzubereiten.

Da das deutsche Lager heute schon recht vollzählig war, hatten wir das erste Team Briefing mit dem Nationalmannschaftstrainer Uli Gmelin. Es wurden dabei Themen besprochen, wie Kartenvorbereitung, Luftraumsituation und die nächsten Schritte vor dem Eröffnungsbriefing.

Anschliessend stand für Kai und mich noch die technische Kontrolle an. Dort werden die Flugzeuge gewogen und geprüft, ob die Unterlagen vollständig sind. Besonders wert wird diesmal auf die Sicherheit gelegt. Hier müssen wir noch ein wenig nacharbeiten.

Zum Tagesabschluss wurde dann noch einmal die Angel rausgeholt und das Angeln geübt. Um Fische zu fangen, muss man aber mit dem Boot rausfahren. Direkt vor dem Steg ist das Wasser zu flach.

Kai und Maris sind schon in der Sauna, da muss ich jetzt mal hinterher...

Achso, und morgen erwarten uns 10 Grad Tageshöchsttemperatur ;-)

Das fliegerischeTeam ist vollständig oder auch Anreise die 2.

Nun war es auch bei mir so weit, die Reise nach Finnland anzutreten.
Zunächst einmal habe ich den Anhänger aus Pirna geholt, damit ich bei uns im Viertel noch einen freien Platz finde.

 

Abfahrt vom Flugplatz

Die Parksituation an diesem Wochenende war sehr anspruchsvoll, da das Stadtteilfest „Bunte Republik Neustadt“ – www.brn-dresden.de – stattfindet und unser Viertel als Ausweichparkplatz genutzt wird.
Den gesamten Freitag habe ich dann noch benötigt, um das Fass Bier für den internationalen Abend zu organisieren und das Auto bis zum Rand voll zu laden. Gegen halb 12 abends war es dann geschafft und nun schnell ins Bett, denn am Samstag startet die Fuhre so kurz vor 6.
Die Fahrt in den Fährhafen nach Sassnitz lief problemlos. Spektakulär war die Anfahrt auf Rügen durch eine schwarze Regenwand.

 

Strelasund-Querung durch dicken Schauer

Danach kam aber die Sonne raus und es blieb sogar noch ein wenig Zeit, um frische Fischbrötchen im alten Hafen von Sassnitz zu kaufen. Irgendwie war das schon ein komisches Gefühl auf Rügen zu sein und das ist dann gerade mal der Anfang der Reise.

 

Fährterminal Sassnitz-Mukran

Dank dem Tipp von Isa habe ich noch ein wenig Bier im BorderShop gekauft, so dass wir nun was den Alkoholvorrat angeht, gut bestückt sind. Bei Kai war Maris der Beifahrer, bei mir sind es 4 Paletten Dosenbier ;-). Die Überfahrt nach Trelleborg war dahingehend interessant, dass viele der schwedischen Passagiere mit Sackkarren unterwegs waren und diese bis oben hin mit Bier, etc. vollgeladen haben. Außerdem haben sie auch die Chance reichlich genutzt, um schon mal vorzukosten.

 

Teufel Alkohol auf der Sackkarre

Ich habe mir leider das Gesicht verbrannt, weil es so schön war oben auf dem Deck in der Sonne zu liegen.
In Schweden angekommen, ging es dann auch gleich weiter, denn es standen ein wenig mehr als 600 km Fahrt nach Stockholm auf der Uhr.

 

Immer noch 540km

Die Strecke zieht sich dann doch ziemlich, weil die Landschaft ähnlich abwechslungsreich wie bei Kai war. Schön war der Sonnenuntergang über dem Vätternsee.

Man fährt die ganze Zeit durch eine relativ platte Landschaft mit Wald, Wald und auch mal ein kleines Städtchen. Unterwegs wurde dann kurzzeitig mal aus der 4-spurigen Autobahn eine 3-spurige Schnellstraße und die Gefahr von Stau bestand nicht ;-).

Dass man sich Stockholm nähert, war einfach zu erkennen, denn aus der 4-spurigen Autobahn wurde eine 8-spurige. Außerdem waren einige wild umherfahrende Taxifahrer unterwegs. Der Fährhafen ist idyllisch mitten in der Stadt gelegen, was die Anfahrt nicht unbedingt erleichtert. Gegen 1 stand auf dem Schild vor mir „Check-in Finnland“, puuhh erstmal da. Noch schnell ein provisorisches Bett gebaut, den Wecker auf 5.45 Uhr gestellt und erst einmal geratzt.
Pünktlich zum Wecker klingeln fährt das Schiff in den Hafen ein und ich stelle mich in die Check-in Schlange.

          

Die Fähre parkt ein                                                        Kurz vor dem Einfahren

Wir hatten uns die ganze Zeit gefragt, warum die Fähre so ewig von Stockholm nach Turku braucht (12h). Jetzt weiß ich es: Stockholm liegt ziemlich weit im Landesinneren. Die ersten Kilometer kann die Fähre nur ziemlich langsam fahren, weil der Weg zum Meer im Schnitt nur 200m breit ist und sich ziemlich schlängelt.

        
Ausfahrt aus dem Hafen                                               2 Stunden später

Außerdem macht die Fähre noch einen Boxenstopp auf der Hälfte der Strecke in Mariehamn.

 Nun habe ich es geschafft und bin in Räyskälä angekommen. Jetzt noch ein Bier und die Abendstimmung gemeinsam mit Kai und Familie, Maris und Sue genossen. Um euch ein Eindruck zu geben wie es bei uns aussieht, anbei noch ein Bild der Abendstimmung.

Anreise

Nachdem nun Thomas heute morgen 5:45Uhr Richtung Sassnitz gestartet ist, hier noch einmal zur Erinnerung die Fahrroute unserer beiden Helden. Während Kai bereits am Pfingstsonntag und -montag ganz entspannt seine Route gemeistert hat, ist Thomas gerade auf Strecke - 13:00 Uhr geht dann seine Fähre Richtung Schweden.

Übrigens ist seit dieser Woche ein Gästebuch für Schlachtenbummler, Anfeuerungsrufe und Beifallsbekundungen unter 'Sonstiges' eingerichtet - das wird ja auch schon fleißig genutzt!

Die Fan- und Helfercrew (Kupschi, Silke und ich) startet dann am Freitag, den 20.Juni um 21:25 Uhr vom Flughafen Tegel - rechtzeitig, um den längsten Tag des Jahres (und damit verbunden die Weissen Nächte!) in Räyskälä mitzuerleben. Der erste 'Startschuss' zum großen Rennen ist dann am Sonntag, den 22.Juni!