Samstag, letzter Tag NM-Training

Kaltluft! Seit Tagen versprachen die Prognosen für den letzten Trainingstag phantastische Bedingungen. Der Morgen begrüßte uns mit einem stahlblauen Himmel und Temperaturen unter Null. Ein Krippeln lag in der Luft. Man konnte die Energie des Tages förmlich spüren. Alle waren heiß. Ein FAI-Dreieck um Berlin in allen Klassen war ein Muss.

              
Die ersten Wolken des Tages                                                         Flugplatz Neustadt-Glewe Ausgangspunkt der Flüge im Trainingslager

Pünktlich zur ausgebenden Startbereitschaft um 11:00 Uhr ging es auch gleich los. Bis alle in der Luft waren, dauerte es dann doch noch knapp eine Stunde, so dass sich unser Dreierteam, Chrissi, Thomas und ich, auf den Weg machte. 560 km lagen vor uns. Bis zum ersten Wendepunkt Rzepin ging es über 240 km Richtung Südosten, bis hinter die polnische Grenze. Unsere Euphorie wurde anfangs etwas gebremst, in Kursrichtung kaum eine Wolke, die erste Stunde kaum Steigen über 2 m/s und das trotz der schon fortgeschrittenen Mittagszeit. Die Ausbeute von 72 km/h lies dann auch leichte Zweifel am Gelingen unseres Vorhabens aufkommen.

               
Start auf den ersten Schenkel, nach 5km gab es keine Wolken mehr      Enger Teamflug mit Chrissi und Thomas über der Oder

Wacker kämpften wir uns weiter Richtung Südosten. Ab Wittstock nahm unser Express dann langsam Fahrt auf und ab der Schorfheide lag unsere durchschnittliche Schnittgeschwindigkeit beständig bei gut 100 km/h. Den Oderbruch meisterten wir auf der östlichen Seite. Dies wäre nicht nötig gewesen. Der labilen Kaltluft war der Untergrund heute völlig egal. 14:45 Uhr erste Wende und weiter Richtung Westen immer knapp südlich des Berliner Luftraums. Trotz bester Optik gelang es uns nur schwer die ganz starken Bärte ausfindig zu machen. 16:20 Uhr erreichten wir unsere zweite Wende, Raben Burg. Auf Kurs Richtung Norden trocknete es nun deutlich ab. Die letzten 160 km liefen jedoch problemlos und wurden durch einen 60 km langen Endanflug bei Speed 140 -170 Km/h gekrönt, für unsere Clubklassemaschinen schon ganz ordentlich. Genuss pur!

Thomas beim Zusammenpacken, muss wohl ein Kaltlufttag gewesen sein

Im Resümee war das Trainingslager ein voller Erfolg. 5 geflogene Tage, 2000 Streckenkilometer und 25 Flugstunden, was will man mehr. Die teilnehmenden Mitglieder der Nationalmannschaft bildeten ein homogenes Team. Wir hatten gemeinsam riesigen Spaß, gute Gespräche und einen wertvollen Erfahrungsaustausch. Dies war nicht zuletzt der professionellen Begleitung des Trainings durch das Trainergespann Holger Back, Martin Tronnier und Uli Gmelin geschuldet. Die Betreuung durch den Neustadt-Glewer Verein, allen voran Steffen Kluth war erstklassig. Steffen verstand es als Meteorologe die Wetterlagen auf den Punkt zu interpretieren und jeweils das maximale aus den Tagen heraus zu holen. Danke!

NM-Trainingslager in Neustadt-Glewe

Am Samstag, den 25.04., sind wir zum Nationalmannschaftstrainingslager nach Neustadt-Glewe aufgebrochen. Dies ist eine wichtige Trainingsmaßnahme auf dem Weg zur WM. Einerseits können wir noch einmal den Teamflug üben und die Flugzeuge prüfen. Andererseits wird es noch einmal wichtig, dass wir das Zusammenfliegen mit unserer Team-Kollegin Christine Grothe üben. Wir werden in Ryäskälä zu dritt in der Clubklasse fliegen und daher ist eine entsprechende Vorbereitung wichtig. Überaschenderweise hat sich in der Woche eine richtig gute Wetterlage eingestellt und wir konnten bis zum heutigen Tage bereits 4 Tage fliegen.

                      
Thomas kurz vor dem Start                                         Kai bei der Startvorbereitung/ Aufgabenplanung

Zu Beginn des Tages wird eine Aufgabe für alle Teilnehmer definiert. In der Clubklasse treten zwei Teams gegeneinander an, um den Teamflug zu intensivieren. Das andere Team setzt sich aus Helmut Kölle und Werner Rodi zusammen, die nächstes Jahr zur EM fahren. Das Wetter war in den ersten Tagen von starkem Wind geprägt. Am Dienstag war dann ein richtig guter Tag und unsere Aufgabe war es ein Dreieck von 440km Strecke zu umrunden. Wir haben die Aufgabe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100km/h bewältigt.

Heute war das Wetter als eher grenzwertig fliegbar eingeschätzt. Daher haben wir es ein wenig ruhiger angegangen und einen Workshop zum Thema Endanflug gemacht und darüber philosophiert. Heute nachmittag haben wir einen Ausflug mit dem Fahrrad in das Hinterland vorgenommen und sind über sandige Waldwege nach Ludwigslust geradelt.

Der letzte Schliff

Der Winter ist nun vorbei und die Saison steht vor der Tür. Um die Flugzeuge entsprechend vorzubereiten, mussten noch ein paar Stunden in die Flugzeuge investiert werden. Dabei haben wir die Oberflächen gewachst und poliert, sowie die Technik geprüft und auf Vordermann gebracht. Kai hat zudem noch die ein oder andere Stunde in die letzte Optimierung der Schwerpunktlage gesteckt.

Polieren bis alles glänzt wie neu

Nun sind die Flugzeuge bereit für ihren Wettbewerbseinsatz. Die 7B darf Ende April mit August ihre Leistungsfähigkeit beim Klixer Segelflugwettbewerb unter Beweis stellen. Die 82 nimmt Kai mit zum Nationalmannschaftstraining in Neustadt-Glewe, welches zur gleichen Zeit stattfindet. Thomas wird den Vereins-Cirrus mitnehmen, da die 7B nicht an zwei Orten zeitgleich sein kann ;-) .

Frühjahrstraining erfolgreich beendet

In den letzten zwei Märzwochen absolvierten Manu, Schubi und Ich (Kai) unseren Saisonstart in den Südfranzösischen Alpen. Von zwölf möglichen Flugtagen waren wir 11 Tage in der Luft. Dabei absolvierte jeder über 50 Flugstunden. Unsere Flüge führten von unserer Ausgangsbasis Puimoisson in das Drometal im Nordwesten, bis zum 150 km entfernten Aubenasson. Im Nordosten konnten wir etwas weiter, bis an die Kante des Susatals, vorstoßen.

 

gleich geht es los

Der Flugplatz Puimoisson empfing uns mit seiner hervorragenden Infrastruktur. Wir nutzen als Unterkunft ein Chalet direkt an der Start- und Landebahn. Die Flugzeugabstellplätze lagen unmittelbar vor der Terrasse unserer komfortablen Behausung. Zum Frühstückskaffee am Morgen genossen wir regelmäßig die Aussicht auf unserer Segler vor dem Hintergrund der über dem Hausberg, der Serres de Montdenier, aufgehenden Frühlingssonne. Alles in allem, geradezu ideale Bedingungen für unser Frühjahrstraining.

 Abendstimmung

Die erste Woche war geprägt von Warmluftwetterlagen. Die stabile Luftmasse machte den Einstieg in das höhere Gelände fast täglich zu einer Herausforderung. Nach und nach kamen wir mit den Bedingungen immer besser zu recht und fanden unser Vergnügen tief im Relief. Der dritte Flugtag brachte dann auch Schubi und mir eine Außenlandung im Assetal, da wir am Abend nicht mehr die ausreichende Höhe fanden, um auf das Flugplatzplateau zu springen.

 

Heisse Kiste vor traumhaftem Panorama

Der Wetterwechsel kündigte sich dann am Samstag mit einer Zwangspause an. Wir nutzen die Gelegenheit um einige potentielle Außenlandefelder an Schlüsselstellen des Fluggebietes zu besichtigen. Schon am Sonntag saßen wir wieder im Cockpit. Zwei herrliche Mistral-Tage bescherten uns Wellenflüge bis in eine Höhe von knapp 6000 m. Die folgenden Tage waren geprägt von labiler Kaltluft, die gerade im hohen Gelände verbreitet zu Schneeschauern neigte. Auch hier gelangen uns nach einer Gewöhnungsphase spektakuläre Flüge. Unser Ausflug nach Briancon im Slalom um die Schauergebiete bei weitgehend geschlossener Wolkendecke war dabei mein persönliches Highlight der zwei Wochen.

Sportlerwahl 2013

Am letzten Wochenende gab es das nächste Highlight für unser Team. Aus unerfindlichen Gründen habe ich es in die Wahl zum Sportler des Jahres im Landkreis sächsische Schweiz / Osterzgebirge geschafft. Die Siegerehrung fand am letzten Samstag in der Saubachtalhalle zu Wilsdruff statt. Wer nicht weiß, wo Wilsdruff liegt, kann sich hier informieren: Wilsdruff. Wie auch immer, die Konkurrenz war herausfordernd. Alles war vertreten, vom 16-jährigen Schwimmer bis zum 55-jährigen Schiffsmodellbauer. Wie man unten bei genauem Hinsehen in den Bilder erkennen kann, hat es immerhin zum 7. Platz gereicht. Dazu noch einmal vielen Dank an alle, die mich gewählt haben. In diesem aufregenden Moment wurde ich von meinen Flieger-Sportkameraden August, Kupschi und Robert+Vicky unterstützt. Wir hatten einen interessanten Abend mit der ein oder anderen interessanten Showeinlage und wir durften auch mal unser Können am Biathlon Simulator unter Beweis stellen.